Worüber denn schreiben?
Über das Heute?
Aber das Heute klagt über den Krieg
also verschließe ich Auge und Ohr
denn der Krieg hat sein Haus neben dem Haß
und in beiden wohnt der Tod,
er lacht und reibt sich die Hände,
doch es ist nicht dieses Lachen,
das ich so liebe,
es würgt in der Kehle
und entstellt das Gesicht.

Vielmehr liebe ich Augen,
die strahlend sich weiten und glänzen vom Lachen
wie die Blüte des Klatschmohns
lebendiges Rot soll meine Augen erfreuen
und nicht vom Tode verfärbtes Blut-
worüber also schreiben?
Über das lachende Heute
und die Hoffnung von morgen!

aus „Handgemenge"
Texte zu Sterben und Tod
Tyrolia, 1995

JSN Glass template designed by JoomlaShine.com